"Historisches"
"Sie waren Männer die sich nicht in Panik versetzen ließen"
So hat Colonel Homer Garrison Jr., lange Zeit der Direktor des "Departement of Public Safety" einmal jene Männer beschrieben, die den silbernen oder goldenen Stern der "Texas-Rangers" getragen haben. Die wohl älteste Polizeitruppe mit Landesweiter Zuständigkeit, hat eine lange Geschichte und Tradition in Texas, die bis in die frühen Tage der Besiedelung von Texas zurück geht.
Sie wurden oft mit den vier anderen und nicht minder legendären Polizeitrupps in der Welt verglichen: FBI, Interpol, Schotland-Yard und Royal-Canadian-Mounted-Police. Dutzende Bücher, von sehr gut recherchierten ohne Prosa und Dichtung bis hin zum Roman voller Prosa und Dichtung wurden über die Texas-Ranger geschrieben.
Die Texas-Ranger sind ein Teil des alten Westens und seiner Mythologie, und über die Jahre hat sich eine deutliche "Ranger-Tradition" entwickelt. "Ein Ranger ist ein Beamter der fähig ist jeder gegebenen Situation, ohne definitive Instruktion eines Vorgesetzten, Herr zu werden. diese Fähigkeit muß erst bewiesen werden, ehe ein Mann ein Ranger werden kann." So hat es Captain Bob Crowder einmal sehr treffend formuliert, was einen Texas-Ranger ausmacht. Diese Definition gilt nunmehr seit über 175 Jahren, und ist heute noch so aktuell wie 1823.
Heute hat natürlich ein Texas-Ranger zugriff auf modernste Kommunikationsmittel und kann dadurch Kontakt mit dem Rest der Welt halten. Aber in den frühen Tagen war ein schnelles Pferd das einzige Reisgefährt und die beste Versicherung für Outlaws wie Sam Bass in Texas. Ungeachtet der langen Geschichte der Texas-Ranger tauchte der Begriff "Texas-Ranger" erstmals 1874 in der offiziellen Gesetzgebung auf.
Für die gemeinsame Verteidigung
Der "Vater" von Texas Stephen F. Austin stellte im Jahre 1823 fest, dass er zum Schutze seiner Siedler und Pioniere im noch jungen Kolonie Texas eine schnelle und schlagkräftige Truppe benötigte. Am 05. August 1823 schrieb Austin, auf eine vom Landkommissar Baron de Bastrop verfasste Proklamation:
" Ich stelle zehn Mann ein....die als Kommandogruppe zur gemeinsamen Verteidigung agieren sollen...der Lohn, sagt es diesen zehn Mann, sei 15 Dollars im Monat bezahlbar in Besitz" (Land u.s.w.)
Diese Männer, die weder Söldner noch Militär waren, sollten die Siedler der jungen Kolonie TEXAS vor übergriffen von Mexikanischen Banderos oder marodierenden Indianern schützen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden zogen sie (to range) kreuz und quer durch Texas, um, wenn keine Anzeichen für Gefahren vorhanden waren, wieder zu ihren Farmen und Familien zurückzukehren. Ungeachtet der Pläne Austins, diese Leute zu bezahlen, wurden die Verteidigungsanstrengungen hauptsächlich auf freiwilliger Basis durchgeführt.
Erste Ranger Kompanien
Anno 1835, als die Unabhängigkeitsbewegung in Texas kurz vor dem Überkochen war, wurde von der Ratsversammlung ein "Corps of Rangers" gegründet, um die Siedler vor Übergriffen der Indianer zu schützen. Diesen Rangern wurde 1,25 Dollar am Tag gezahlt und sie mussten ihre eigenen Handfeuerwaffen und Pferde noch mitbringen. Die Besonderheit in diesem Corps, gegenüber anderen Truppen, war dass sie ihre Vorgesetzten aus ihren Reihen wählten.
R.M."three legged" William (erwurde so genannt weil er seit einer schweren Krankheit eine
Krücke benötigte) führte drei Ranger-Kompanien deren Captains William Arrington,
Isaac Burleson und John J. Tumlinson waren.
Als Texas seine Unabhängigkeit von Mexico erklärte kämpften einige Rangers mit den Soldaten
der U.S.-Truppen, die meisten jedoch dienten als Scouts und hielten den Truppen den
Rücken frei, von Indianern und versprengten Banditos aus Mexico.
Im Jahre 1846, im Rahmen der Zulassung des Staates Texas als 28ter Staat in die Union befanden sich die USA im Krieg mit Mexico. Mehrere Ranger-Kompanien meldeten sich zur kämpfenden Truppe und kämpften in diesem Krieg so grausam, das sie den Beinamen "Los Diabolos Tejanos" (die teuflischen Texaner) bekamen. Im nächsten Jahrzehnt, nach dem Amerikanisch-Mexikanischen-Krieg existierten die Rangers in erster Linie nur als Freiwilligen Regimenter die, wenn sie gebraucht wurden sich zusammentaten und wenn die Gefahr vorbei war, wieder in ihre bürgerlichen Existenzen zurückkehrten.
Bravo too Much (Mr. Hays)
John Jack "Coffee" Hays (1817-1883)
Einer der berühmtesten frühen Texas-Ranger war bestimmt John Jack "Coffee" Hays.
Er kam 1837 nach San Antonio und wurde innerhalb von nur drei Jahren zum Ranger-Captain
ernannt. "Coffee" Hays eilte der ruf voraus besonders erbarmungslos gegen plündernde
Indianer und mexikanische Banditen zu kämpfen.
Ein Indianer, der einmal die Seiten wechselte und fortan mit Hays und seinen Leuten ritt,
sagte das die Indianer ihn "Bravo too much" (zuviel Mut) nannten. Tatsächlich war sein,
oftmals angeberischer Mut zuviel für manche Banditen und feindselige Indianer.
Hays begründete mit seinem Umgang mit denen, die er für eine Gefahr für das noch junge
Texas hielt, eine neue Ranger-Tradition:
Zähigkeit und Mut gemixt mit Vertrauen in die neueste Technik.
Die Republik Texas war eine der ersten Kunden eines aus Neu-England stammenden Waffenschmiedes:
Samuel Colt. Colt erfand einen fünfschüssigen Revolver, den Hays und seine Leute mit tödlicher
Präzision zum Schutze und zur Verteidigung der Grenze einzusetzen wusste. Einer von Hays Leuten,
Samuel H. Walker, machte verschiedene Anregungen um die Waffe von Colt zu verbessern. Es entstand
der Walker-Colt, dergegen Pfeil und Bogen, oder einschüßige Vorderladerpistolen wohl einer Atombombe
gleich kam.
Samuel H. Walker starb im Jahre 1846 im Mexikanisch - Amerikanischen Krieg
R.I.P. - Ford
Ein weiterer bekannter Ranger jener Zeit war John S."R.I.P." Ford. Sein Spitzname
R.I.P stand für "Rest in Peace" (Ruhe in Frieden). John S. Ford Arzt, Zeitungsverleger
und Politiker erlangte seinen Spitznamen im Jahre 1859, als Juan Nepomuceno Cortina über
den Stadtrand von Brownsville ritt. Der Bandit hatte es sich zum Ziel gesetzt unterhalb
des Nueces-Flußes Land im Namen Mexikos zurück zu holen.
Die Texanische Regierung sandte daraufhin Ford und seine Kompanie Rangers aus, um diese
Angelegenheit ein für alle mal zu klären.
Cortina wurde in einem kurzen aber heftigen Kampf, der 151 Männern Cortinas und 80 bis 90
texanischen Bürgern das Leben kostete, besiegt.
In seinen Memoarien beschrieb John S. Ford, die Männer die unter ihm ihren Dienst taten
einmal so:
"Ein großer Teil war unverheiratet... einige von ihnen tranken Alkohol und Liköre. Trotzdem war es immer eine Kompanie nüchterner und mutiger Männer. Sie kannten und erfüllten Ihre Pflichten. wenn man mit ihnen einmal in einer Stadt war, prahlten sie nicht umher, oder ritten im wilden Galopp durch die Straßen, oder schossen und grölten auf den Straßen umher... Sie waren mit einer enormen Disziplin die aus einem enormen Mut erwachsen war, ausgestattet."
Während des Bürgerkrieges
Während des amerikanischen Bürgerkrieges (1861 - 1865) kämpften Tausende Texaner in der
Armee der konfederierten Staaten (CSA). Natürlich kämpften auch Texas-Ranger für den
Süden...
Die Sicherung der Grenze zu Mexiko wurde daher von der "volunteeer ranging companie"
übernommen. Sie operierten mit der "legalen Autorität" ihrer Pistolen die sie an ihren
Hüften trugen und den Gewehren die an den Sätteln befestigt waren.
"Sie waren mit einer enormen Disziplin, die aus ihrem Mut erwachsen war, ausgestattet...Sie taten Recht, weil sie das Recht vertraten" (R.I.P. Ford)
Nach dem Krieg gab es fast ein Jahrzehnt lang keinen Schutz durch die Texas-Rangers.
Während dieser Zeit war die Polizeigewalt in der Hand einer hochpolitisierten und rundherum
verhassten Organisation, die als "State-Police" bekannt war.
Trotzdem passierte nach dem Krieg ein Gesetzentwurf den Senat von Texas, der drei
Texas-Ranger Kompanien vorsah, jedoch fehlte ein Entwurf der die Grundlagen regeln sollte.
Die finanzielle Unterstützung der staatlichen Gewalt in Texas war in den frühen 1870er
Jahren eher sporadisch gegeben...
Das änderte sich erst in den 1880er Jahren.
Das Frontier - Battalion
In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts, war die größte Gefahr für
Texas die gesetzlosen Texaner.
Im Jahre 1874 bildete die texanische Regierung zwei Ranger Corps um mit dieser Situation
fertig zu werden - das legendäre Frontier-Battalion, unter der Führung von Major
John B. Jones und eine Organisation, die Special Force, unter Cpt. Leander McNelly.
Innerhalb von nur fünf Jahren waren die Texas-Rangers in die meisten der berühmten
Streitigkeiten und Prozesse des alten Westens verwickelt.
Viele Fakten aus dieser turbulenten Zeit, wurden später zu einer "Ranger-Legende" verwoben.
Texas' schlimmster Gesetzloser, John Wesley Hardin, ein Pfarrerssohn , der sich rühmte
31 Mann getötet zu haben, wurde in Florida von dem Ranger John B. Armstrong verhaftet.
Nachdem Armstrong, seinen langläufigen 45er Colt in der Hand, den Zug bestiegen hatte in
dem Hardin und vier seiner Gefährten war, schrie der Gesetzlose: "Texas - oh god" und zog
seine eigene Waffe. Als die Sache, in einem kurzen Moment, vorbei war, war einer von Hardins
Freunden tot, Hardin selbst verletzt und Ohnmächtig und die drei anderen starrten auf Armstrongs
Colt.
Ein sauberes, rundes Loch zierte Armstrongs Hut, er selbst jedoch blieb unverletzt.
Hardin verbrachte eine sehr lange Haftstrafe im Gefängnis, nur um in einem Duell in
El-Paso im Jahre 1896, kurz nach seiner Entlassung, zu sterben.
Für Recht und Ordnung
In den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts vertraten die Texas-Rangers Gesetz und Ordnung in den Minenstädten, jagten und verhafteten Zugräuber und wurden sogar gerufen, um illegale Boxkämpfe, die in Texas immer mehr um sich griffen, zu verhindern. Die Promoter solcher Boxkämpfe haben sich dann auf eine kleine Insel im Rio-Grande zwischen Texas und Mexico zurückgezogen. Im Jahre 1894/95 erkundeten die Ranger 173.381 Meilen Grenze, führten 676 Verhaftungen durch, brachten 2.856 stück Vieh zu ihren Besitzern zurück und nahmen an 13 Gefangenen Transporten teil. 1900 verschwand, mit der Grenze auch das Frontier-Battalion. Im July 1901 passierte ein Gesetz, die Ranger betreffend, die Gesetzgebung in dem die Ranger erstmals durch den Gouverneur organisiert wurden. Diese Streitmacht wurde gegründet um die Grenze nach Mexiko vor plündernden Banditos, räubernden Indianern und Gestzlosigkeit zu schützen.
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